Das Verhältnis der Kirche zum NS-Staat

 

Die katholische Kirche stand dem Nationalsozialismus in Deutschland bis im Jahr 1933 sehr ablehnend gegenüber. Beispiele dafür sind ,dass Nationalsozialisten nicht zu den Sakramenten zugelassen waren und auch nicht kirchlich beerdigt werden durften.

Doch die Kirche bezog weder Stellung zu der“ Germanischen Rassenlehre“ noch zu der langsam aufkommenden Diktatur. Diese Haltung änderte sich jedoch am 28.3.1933  erheblich.

Die Kirche ermahnte nun ihre Anhänger zu „ Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten". Diese Erklärung hatte zur Folge, dass zuvor skeptische Katholiken dem Nationalsozialismus nun ohne Bedenken zustimmten.  Diese Erklärung wird Reichskonkordat genannt.

 

Das Reichskonkordat

 

Das Reichskonkordat ist ein Vertrag der im Jahr 1933 zwischen Hitler und der Kirche geschlossen wurde.  Dieser Vertrag garantierte der Kirche Bekenntnisfreiheit und den Schutz Kirchlicher Einrichtungen mit „nur“ wohltätigen Zwecken.

Das Konkordat regelte in 34 Artikeln, einem Schlussprotokoll und zusätzlichen Geheimbestimmungen für den Fall der Wiedereinführung der Wehrpflicht das Verhältnis zwischen Staat und katholischer Kirche, und ergänzte die schon bestehenden Vereinbarungen mit Bayern, Preußen) und Baden .Es garantierte der Kirche ihre Organisationen, Schulen, Universitäten usw. und gewährte den geistlichen Orden die grundsätzlichen Freiheiten, sicherte die kirchliche Eigentumsordnung, regelte die Ausübung des Religionsunterrichts und gewährte, dies war aus katholischer Sicht ein wichtiges staatliches Zugeständnis, die Einrichtung von Bekenntnisschulen nach dem Elternwillen. Artikel  blieb problematisch, da er zwar den Bestandsschutz der "ausschließlich religiösen, rein kulturellen und karitativen Zwecken" dienenden Organisationen und Verbände gewährte, aber später erst vereinbart werden sollte, auf welche Verbände das Konkordat nicht anzuwenden war. Artikel 32 enthielt das von Hitler von Anfang an erstrebte und geforderte Politisierungsverbot für den Klerus, das "Geistlichen und Ordensleuten die Mitgliedschaft in politischen Parteien" nach Erlass und Bestimmungen durch den Heiligen Stuhl untersagte und "die Tätigkeit für solche Parteien" ausschloss. Artikel 33 regelt zuletzt , dass die auf "kirchliche Personen und kirchliche Dinge bezüglichen Materien",
die nicht im Konkordat enthalten seien, "dem geltenden kanonischen Recht gemäß geregelt" werden sollten.

 

Es gab vielerlei Spekulationen über den Hintergrund des Konkordats und wem er in Wirklichkeit nutzen sollte. Die folgende ist eine der Verbreitesten:

 

Der Plan, dem Vatikan Konkordatsverhandlungen für die katholische Kirche in Deutschland anzubieten schien Anfang März 1993 der Strategie Hitlers und des Vizekanzlers von Papen zu entsprechen, mit diesem Konkordat den politischen Katholizismus – das Zentrum und die katholischen Verbände – entscheiden zu schwächen, andererseits Katholiken das Tor in das „neue“ Reich zu öffnen und dieses konkordatspropagandistisch für den Nationalismus zu nutzen.

 

Doch die in der Theorie so klar formulierten Artikel wurden in der Praxis durchgehend  gebeugt und verletzt. Nachdem dieses Problem nach verschiedenen Maßnahmen keine Besserung erfuhr schlug ein Teil der deutschen Bischöfe sogar die Kündigung oder Nachbesserung des Konkordats vor. Diese Vorfälle sollten 1933 auch vom damaligen Papst Pius XI. in der Weihnachtsansprache angeprangert werden was jedoch ohne nachfolgende Begründung ausblieb.

Erst Ende 1937, und dies ist das Zeugnis eines halbierten Widerstandes, war Papst Pius XI. nach andauerndem massiven Bischofsprotest aus Deutschland über die permanente Aushöhlung und Verletzung des Konkordates überzeugt, eine 1. Enzyklika über die Notlage der Kirche in Deutschland verfassen zu sollen, für die Kardinal Faulhaber einen ersten Entwurf vorlegte und die dann unter dem Titel "Mit brennender Sorge"  zwar die Notlage anprangerte aber gerade nicht "den Nationalsozialismus und Hitler " verurteilte. Aber sie warf immerhin, auf das Konkordat bezogen, dem NS-Staat vor, Feindschaft gegen Christus und die Kirche gestreut zu haben.

Ein Jahr später 1938 hat der amtierende Papst einen amerikanischen Jesuiten damit beauftragt einen Entwurf für eine weitere Enzyklika vorzulegen, in der die Kirche ihre Stellung zum Rassismus und Antisemitismus klarmachen wollte. Dieser Entwurf wurde wenig später dem Vatikan übergeben.

Doch aus bisher unerfindlichen Gründen geschah in nächster Zeit erst einmal nichts. Am 11. Februar wollte der Papst nun anlässlich des 10. Jahrestags des Lateranvertrages eine Ansprache halten, deren  diese Enzyklika sein sollte. Doch in der Nacht des 10. Februars starb der Papst an einem Herzinfarkt und konnte die Rede nicht mehr halten.

Da ein Papst bei Amtsantritt nicht an die Projekte seines Vorgängers gebunden ist wanderte die Enzyklika in das Vatikanarchiv.

Spätere Briefen an italienische Bischöfe enthielten Ausschnitte der Enzyklika , wurden aber nie veröffentlicht – man sprach von „ sehr harten Worten über die faschistische  Presse“ ; mehr wurde jedoch nicht bekannt.

 

Doch der Hitlerkrieg erfuhr auch Unterstützung durch die Kirche. Diese Unterstützung erfolgte auf mehrfache Weise. Zum Beispiel haben 650 Priester die vom Staat bezahlt wurden in ihrer Tätigkeit als Kriegspfarrer in Offiziersuniform die Soldaten zur Pflichterfüllung angehalten, ein besondere Fall war der des Feldbischofs Franz J. Rarkowskis . Doch auch bei der Fuldaer Bischofskonferenz wurde zu Gehorsam gegenüber der Staatsführung und Hingabe des Lebens aufgefordert. Die meisten Bischöfe sind anscheinend davon ausgegangen, dass es eine „gerechter Krieg“ sei.

Doch obwohl es feststeht , dass die Geistlichen in dieser Zeit ihr Weisungsrecht auf verhängnisvolle Weise in Anspruch genommen haben ist kein Amtsträger bekannt der sich zu den Vorfällen  die sich ereignet hatten öffentlich geäußert hat !

 

Quellen :

http://www.ibka.org/artikel/ag97/reichskonkordat.html

 

verfasst von Christian Moser, Marius Rautenberg, Lorena Muleschka, Benedikt Emmerich und Benjamin Bächle, Schüler/innen am Kolleg St. Blasien, Klasse 10d, 2001/02