Referat über das ThemaXerographievon Boris Bull, NGO12 im Januar 2001 I. Die Geschichte der Xerographie"Das brauchst Du nicht abzuschreiben, ich geh in der Pause in den Kopierraum und zieh dir ein Exemplar ab." Dieser Satz geht uns heute so schnell von den Lippen, dass das Photokopieren eigentlich aus unseren (Schul-)Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Die heute so selbstverständliche Technologie nahm vor fast genau 60 Jahren ihren Anfang. Damals saß Chester F. Carlson mal wieder in seiner Küche und hantierte mit Schwefel. Da seine Arbeit in einem Patentbüro einer kleinen Firma ihm so zuwider war - er verbrachte seinen Arbeitstag damit, Zeichnungen und Patentschriften zu kopieren, d. h. per Hand abzuschreiben - suchte er in seiner Freizeit nach einer Möglichkeit eines automatischen Kopiersystems. Nachdem aber Schwefel und Wasserstoff bekanntlich nach faulen Eiern stinken, beschwerten sich die Nachbarn über diese Belästigung, so dass Carlson sich bald ein eigenes Labor einrichten musste, um seine Forschungen fortsetzen zu können. Nach vielen gescheiterten Versuchen gelang ihm schließlich mit Hilfe des Physikers Otto Kornei der Durchbruch: Sie beschichteten eine Metallplatte mit Schwefel und luden sie elektrisch auf, indem sie diese Platte mit einem Baumwolltuch abrieben. Anschließend beschrifteten sie eine Glasplatte mit dem Datum und dem Ort des Versuches - "10-22-38 Astoria" - und legten diese auf die Metallplatte. Der Raum wurde verdunkelt und die Platte mit einer starken Lampe belichtet. Dann wurde die Glasplatte entfernt und Bärlappsamen, der sehr kleine Samenkörner hat, über die Metallplatte gestreut. An den beleuchteten Stellen war die Ladung verschwunden, nur an den abgedunkelten Stellen, da wo im Original der Schriftzug war, blieben die Samenkörner haften. Anschließend wurde ein Blatt Wachspapier auf die Platte gedrückt und mit dem Bärlappsamen abgezogen. Die erste Photokopie war geboren. Natürlich entsprach dieses Verfahren prinzipiell dem, was moderne Kopierer heute mit Halbleitertrommel und Toner machen. Versuche, diese Erfindung zu vermarkten waren noch wenig erfolgreich. Alle Firmen, denen er dieses Verfahren anbot, darunter IBM und General Electric, hatten ein "enthusiastisches Fehlen von Interesse", wie Carlson es nannte. Carlson ließ sich dieses Verfahren, das er damals Elektrophotographie nannte, jedoch patentieren. 1944 unterstützte ihn dann das Batelle Memorial Institute in Columbus, Ohio, mit einer Spende von 3.000 $, um seine Idee umzusetzen. Erst drei Jahre später war die Firma Haloid in Rochester, N.Y, bereit, Photokopierer in Serie zu bauen. Haloid stellte damals Photopapier und sonstiges Zubehör für die Photographie her. 1950 kam dann der erste kommerzielle Trockenkopierer auf den Markt, das Modell A. Von einfacher Bedienung konnte jedoch noch keine Rede sein: Für eine Kopie musste der Benutzer 39 Arbeitsschritte ausführen. Da die Bezeichnung "Elektrophotographie" jedoch für das Marketing nicht so geeignet war, schlug ein Professor der Ohio State University die Bezeichnung "Xerographie" vor, vom griech. "xeroV" "grafein", "trocken" "schreiben". Die Fa. Haloid nannte sich dann ab 1958 Haloid Xerox Inc. Einige Jahre später, 1959, kam dann der erste vollautomatische Kopierer auf den Markt, die Xerox 914. Diese machte damals schon selbständig 6 Kopien pro Minute auf Normalpapier. So zuverlässig wie heute war dieses Modell allerdings noch nicht: Bei einer Präsentation von zwei dieser Kopierer fing der eine Feuer... Trotz allem hatte die Xerox 914 so einen Erfolg dass sich die Fa. Haloid 1961 in Xerox Corporation umbenannte. Kaufen konnte man diesen Kopierer nicht. Man konnte ihn nur mieten. In der Grundmiete waren monatlich 2.000 Kopien enthalten, jede weitere Kopie kostete 4 Cent. Chester F. Carlson, der aus bescheidenen Verhältnissen stammte, starb 1968 und hinterließ ein Vermögen von 150 Mio. Dollar. Und das alles nur, weil er seinen langweiligen Büroalltag etwas vereinfachen wollte. II. Prinzip und VerfahrensschritteDie Xerografie ist ein Verfahren, bei dem ein Bild erzeugt wird, indem ein thermoplastisches Pulver - der Toner - von einem lichtempfindlichen Fotorezeptor angezogen wird. Dieser Toner wird wiederum auf das Papier übertragen und das Tonerbild anschließend mit Hitze und Druck fixiert. Bei diesem Prozess der Bildgebung dreht sich der als Trommel bzw. Band ausgeführte Fotorezeptor und durchläuft die nachfolgend kurz erläuterte Folge von sieben Einzelschritten: 1. Aufladung
2. Bildgebung
3. Entwicklung
4. Übertragung
5. Fixierung
6. Reinigung
Quellen: Zitiert nach den Informationen
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Last Update: 06.09.03
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