Elektron als Quantenobjekt
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Elektronenbeugung | Doppelspalt | De Broglie | Bornsche Interpretation | Übungsaufgaben
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Teil A: Experimente - Theorie

1.      Elektronenbeugungsröhre

Elektronen dampfen aus dem Heizdraht aus und werden über die Beschleunigungsspannung UB beschleunigt. In A 2 treffen diese auf eine Graphitfolie und werden an den Kristallebenen entsprechend der Bragg-Reflexion gebeugt. Auf dem Schirm entsteht ein Interferenzmuster (s.o.; Helle Ringe). Dies ist ein Nachweis für den Wellencharakter der Elektronen.

2.       Doppelspalt mit Elektronen.

Auch hier ist wieder die Wellencharakteristik (Interferenzmuster) der Elektronen sichtbar. Jedoch haben sie auch Teilchencharakter, die man an den einzelnen Punkten erkennt. Als man diesen Versuch auch mit Atomen durchführte, geschah das gleiche.

Die widersprüchlichen Aspekte - Welle - Teilchen - lassen sich in der Deutung des Elektrons als Quantenobjekt aufheben.

3.       De Broglie

Durch die Analogie zum Photon stellte De Broglie Formeln für die Beziehung zwischen Wellenlänge und Impuls ( p = m v ) der Elektronen her: λ = h/p

Dies kann mit der Elektronenbeugungsröhre aus 1. nachgewiesen werden.

Dort gilt nach der Beschleunigung mit UB:

Mit der de Broglie Formeln kommt man zur Wellenlänge:

Für die Bragg-Reflexion (für k=1) gilt: .

Dies führt auf dem Schirm (Abstand L zur Grafitfolie) zum Interferenzring mir Radius R mit, wobei gilt: .

Für kleine Winkel gilt dann: .

Die Abhängigkeit zwischen R und UB stellt sich so dar: 

4.       Bornsche Wahrscheinlichkeitsinterpretation

Die Wahrscheinlichkeit eines Auftreffens eines Quantenobjektes in einem Gebiet kann man durch das Quadrat der Wellenfunktion Ψ (x)  angeben. Die Wellenfunktion richtet sich nach den Wellengesetzen (abhängig von Wellenlänge und Länge des möglichen Weges). Für die Wellenfunktionen der möglichen Wege gilt das Superpositionsprinzip, d. h. sie interferieren.

 Teil B:  Übungsaufgaben

  1. Warum lassen sich die o. e. Experimente nicht mit der Teilchen-Vorstellung eines Elektrons erklären?
  2. Berechne: Elektronen werden mit 50 kV beschleunigt. Berechne ihre Geschwindigkeit, ihren Impuls, ihre Wellenlänge und ihre Frequenz. Berechne für einen Doppelspalt mit Spaltabstand 400 nm die Lage des ersten Minimums bei einem Schirmabstand von 3,5 m. (Überprüfe deine Lösung mit der Simulation!)
  3. Untersuche mithilfe der Simulation das Verhalten weiterer Teilchen. Entwickle dazu eigene Rechenaufgaben (mit Lösung).
  4. Hausaufgabe: Dorn-Bader S. 255/A1 und S. 257/A1, A2, A4, A7

Lösungen:

zu 1.Weil in den o. e. Versuchen auch die Welleneigenschaften des Elektrons sichtbar werden, z. B. Interferenz am Doppelspalt.

zu 2. Geg.: U B = 50kV

Bei einem Doppelspalt mit g = 400 nm und  einem Schirmabstand von a = 3,5m ergibt sich für das erste Minimum des Doppelspaltes (Einzelspalt vernachlässigt):

 zu 3. Protonen (als Quantenobjekt) verlassen den Beschleuniger mit 50 106 m/s.

Berechne Ihre Wellenlänge und den Impuls.

Sie treffen einen Doppelspalt mit g=20 μm . Wo liegt das Maximum erster Ordnung - bei einem Schirmabstand von 3,5 m!

Lösung:

zu 4. Aufgaben aus Dorn-Bader

    1. S.255/A1: Elektronen (mit 10 keV) - Einkristall mit d = 210 pm: Gesucht sind die Glanzwinkel:
                    
    2. S.257/A1

a)       Protonen mit 500 kV: Gesucht ist die Wellenlänge:

b)       Warum haben gleich schnelle H-Atome (fast) die gleiche Wellenlänge)?
λ
ist nur abhängig von p, dieses wiederum von m und v.
Da H-Atome aus einem Proton und einem Elektronen bestehen, also fast die gleiche Masse wie ein Proton haben, ist auch die Wellenlänge gleich.   

c)       Was gilt für He-Kerne mit 500 kV? (vierfache Masse, doppelte Ladung eines Protons)

    1. S. 257/A2

a)       Abhängigkeit zwischen dem Radius R der Beugungsringe und der Beschleunigungsspannung:
Herleitung s. o. (Teil A, 3): Aus den Formeln ergibt sich auch: R ~ 1/UB .
Wird U verdoppelt, verringert sich R um den Faktor 2 .

    1. S. 257/A4 :
      Wellenlänge eines Staubteilchens mit m = 10 pg und 300m/s:
      10.tes Maximum an Gitter (g = 1,0μm) mit Schirm in 1,0 m Entfernung:
      .
      Dies dürfte nicht beobachtbar sein (ungefähr die Größe eines Atomkerns), so dass die klassische Mechanik ein guter Grenzfall der Quantenmechanik ist!
    2. S. 257/A7
      Gesucht: Beschleunigungsspannung für Elektronen, die am Doppelspalt (g = 10 μm) beim 10.ten Maximum einen Beugungswinkel von 0,1° haben:
      .

 zusammengefasst von C. O’Brien-Organ, M. Klotz, Lk Physik 13 am Kolleg St. Blasien - korrigiert und ergänzt von J. Rudolf

 
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