

Grundlegende Experimente | Huygensprinzip
| Bewegte Metallplatte
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Grundlegende Experimente
- Erzeugung: Elektromagnetische Wellen in diesem Frequenzbereich
(Gigahertz- bzw. Zentimeterwellen) werden nicht durch "normale"
Schwingkreise erzeugt sondern durch Elektronenschwingungen in einem
sogenannten Klystron mit Hohlraumresonator. Das ausgesandte Wellenbündel
breitet sich in einer umgrenzten Richtung aus. Als Empfänger dient eine
Hochfrequenzdiode in einem Hohlraum. Befindet sich der Empfänger nicht
"Strahlrichtung" findet kein Empfang statt.
- Polarisation: Wird die Empfangsdiode gedreht, wird der Empfang
schlechter. Da sie vom E-Feld zu Schwingungen angeregt wird, erkennen wir
dadurch die Richtung des E-Feld-Vektors; und aus den Maxwell-Gleichungen
ergibt sich der zugehörige B-Feld-Vektor.
- Absorption: Nichtleiter sind für Mikrowellen durchlässig, Leiter
absorbieren sie.
- Reflexion: Leiter reflektieren die Mikrowellen.
Es gilt das Reflexionsgesetz: Einfallswinkel = Ausfallswinkel.
Dadurch lassen sich stehende Wellen erzeugen (hinlaufende / zurücklaufende
Welle überlagern sich). Aus dem Abstand d zweier Knoten (minimaler Empfang)
lässt sich die Wellenlänge bestimmen.
Experiment:
- Gitter:
- E ┴
Gitter: Welle geht ungehindert durch.
- E || Gitter: Mikrowelle regt die Gitterstäbe zu erzwungenen
Schwingungen weit oberhalb der Resonanzfrequenz der Gitterstäbe (Länge
ca. 20 cm = halbe Wellenlänge, ca. 750 MHz). Damit hat die erzwungene
Schwingung eine Phasenverschiebung von 180° zur anregenden
Welle.
- In Ausbreitungsrichtung hinter der Gitter löschen
sich somit Ausgangswelle und Gitterwelle (gleiche
Ausbreitungsrichtung) aus
- In der Gegenrichtung zurück zum Empfänger bildet sich
eine stehende Welle, wobei am Gitter ein Knoten der
E-Feldes ist (Gitterwelle läuft Ausgangswelle entgegen). Aus
den Maxwell-Gleichung folgt wieder die Orientierung für B. Damit
ist am Gitter ein Bauch des B-Feldes. Knoten des E-Feldes und
Knoten des B-Feldes sind somit jeweils gegeneinander verschoben (um
eine viertel Wellenlänge)
- E schräg zum Gitter: Zerlege den E-Feld-Vektor in Komponenten
senkrecht und parallel zum Gitter. Nur die Komponente senkrecht zum
Gitter wird durchgelassen. Damit ergibt sich hinter dem Gitter eine abgeschwächte
und in der Polarisationsrichtung gedrehte Welle.
Bem.: Die Reflexion und Absorption an der Metallplatte lässt sich erklären,
indem man diese als "dichtes" Gitter auffasst.

Huygensprinzip
(s.a. Dorn-Bader Oberstufe MS S. 264 ff)
Um alle diese Phänomene zu erklären, hat der Physiker Christian Huygens
(17. Jhdt. Holland) folgendes allgemeingültiges Prinzip herangezogen:
| Jeder Punkt einer Wellenfront kann
als Ausgangspunkt von Elementarwellen (Kreis- oder Kugelwellen)
angesehen werden, die sich mit gleicher Geschwindigkeit und Wellenlänge
wie die ursprüngliche Welle ausbreiten. Die Einhüllende aller
Elementarwellen stellt die neue Wellenfront dar. |
Dies versuchen wir auf folgende drei Fälle anzuwenden:

Das Phänomen der Beugung in den "Schattenraum" hinter dem Spalt hängt
wesentlich vom Verhältnis der Spaltöffnung zur Wellenlänge ab. Nur wenn die Spaltbreite
d in der Größenordnung der Wellenlänge l liegt
(oder noch kleiner ist), sind Beugungsphänomene zu beobachten.
Bem.: Die Ablenkung der Wellen durch kleine Hindernisse wird auch als Streuung
bezeichnet.
Übung: Mit dem Huygensschen Prinzip lässt sich auch die Brechung und
Reflexion erklären:

Bewegte Metallplatte
Lässt man die Mikrowellen an einer Metallplatte reflektieren, bilden sich
stehende Wellen. Bewegt sich diese Metallplatte mit der Geschwindigkeit v, so
stellt man an einem festen Ort abwechselnd Minima und Maxima fest.
Erklärung: An einem festen Ort befindet sich ein Bauch der stehenden
Welle (konstruktive Interferenz, schwingen in Phase).
 | Bewegt sich nun die Metallplatte um den Weg l/4
weiter, so hat die reflektiere Welle einen um l/2
weiteren Weg zurückzulegen, die Phasenverschiebung ist also um p
größer geworden, d.h. die reflektierte Welle schwingt in Gegenphase:
destruktive Interferenz: Knoten.
 | Hat die Metallplatte den Weg l/2
zurückgelegt, ist wieder ein Bauch zu registrieren.
 | Bewegt sich die Metallplatte mit der Geschwindigkeit v = nl/t,
so werden in der Zeit t an einem festen Ort 2nl
Knoten / Bäuche registriert. |
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