Wechselstrom - weitere RCL-Kreise
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7.) RL - Kreis

Gegeben: Wechselspannung U(t) = Û sin(wt) liegt an einem Stromkreis mit Widerstand R und Spule L an.

Gesucht: Wie verläuft der Strom I(t)?

Ansatz: Zu jedem Zeitpunkt t gilt: U(t) = UR(t) + UL(t).
                                        Û  Û sin(wt) = R I(t) + L I'(t) (*)

Klar ist:

Der Strom hat folgende Form: Î sin(wt-j).

Die Spannung am Widerstand UR(t) = R I(t) = R Î sin(wt-j)  
ist mit I(t) in Phase und 
hat die Amplitude ÛR = R Î.

Die Spannung an der Spule UL(t) = L I'(t) = w L Î cos(wt-j)  
ist gegenüber I(t) um p/2 nach links verschoben, 
hat die Amplitude ÛC = XL Î (mit XL = w L)

Wir suchen die Phasenverschiebung und die Amplitude des Stromes.

Wir untersuchen die Gleichung (*) im Zeigerdiagramm:
Der kurze Zeiger hat die Länge ÛR, der lange Zeiger die Länge ÛL, die Diagonale stellt dann Û dar: Û = ÖR2 + ÛL2)= Ö((RÎ)2 + (XLÎ)2) = Î Ö(R2 + XL2)

Das Verhältnis der Amplituden nennen wir Scheinwiderstand: Z = Û/Î = Ö(R2 + XL2)

Die Phasenverschiebung j der Diagonalen (also U(t)) gegenüber UR(t) (und damit I(t)) ergibt sich durch: tan(j) = ÛLR = (XL Î)/(R Î), also: tan(j) = XL/R

Ergebnis: Der Strom I(t) verläuft sinusförmig mit: I(t) = Û/Z sin(wt-j).

Bem.: Der Scheinwiderstand Z ist minimal, wenn XL = 0 ist, also bei f = 0Hz. Für größere Frequenzen steigt der Scheinwiderstand an! (Tiefpass)

8.) RC - Kreis

Gegeben: Wechselspannung U(t) = Û sin(wt) liegt an einem Stromkreis mit Widerstand R und Kondensator C an.

Gesucht: Wie verläuft der Strom I(t)?

Ansatz: Zu jedem Zeitpunkt t gilt: U(t) = UR(t) + UC(t).
                                    Û  Û sin(wt) = R I(t) + Q(t)/C (*)

Klar ist:

Der Strom hat folgende Form: Î sin(wt+j).

Die Spannung am Widerstand UR(t) = R I(t) = R Î sin(wt+j
ist mit I(t) in Phase und 
hat die Amplitude ÛR = R Î .

Die Spannung am Kondensator UC(t)= Q(t)/C = -Î/(wC) cos(wt+j
ist gegenüber I(t) um p/2 nach rechts verschoben, 
hat die Amplitude ÛC = XC Î (mit XC = 1/(w C) )

Wir suchen die Phasenverschiebung und die Amplitude des Stromes.
Wir untersuchen die Gleichung (*) im Zeigerdiagramm: Û = ÖR2 + ÛC2)= Ö((RÎ)2 + (XCÎ)2) = Î Ö(R2 + XC2)
Das Verhältnis der Amplituden nennen wir Scheinwiderstand: Z = Û/Î = Ö(R2 + XC2)
Die Phasenverschiebung der Diagonalen (also U(t)) gegenüber UR(t) (und damit I(t))
ergibt sich durch: tan(j) = ÛCR = (XC Î)/(R Î), also: tan(j) = XC/R

Ergebnis: Der Strom I(t) verläuft sinusförmig mit: I(t) = Û/Z sin(wt-j).

Bem.: Der Scheinwiderstand Z ist klein, wenn XC klein ist, also bei großen Frequenzen. Für niedrigere Frequenzen steigt der Scheinwiderstand an! (Hochpass)

9.) RCL - Kreis (in Reihe): Siebkette

Gegeben: Wechselspannung U(t) = Û sin(wt) liegt an einem Stromkreis mit Widerstand R, Spule L und Kondensator C (alle in Reihe) an.

Gesucht: Wie verläuft der Strom I(t)?

Ansatz: Zu jedem Zeitpunkt t gilt: U(t) = UR(t) + UL(t) + UC(t)
                                         Û  Û sin(wt) = R I(t) + Q(t)/C + L I'(t)  (**)

Klar ist:

Der Strom hat folgende Form: Î sin(wt-j),.
Die Spannung am Widerstand  UR(t) = R I(t) = R Î sin(wt-j), 
ist mit I(t) in Phase und 
hat die Amplitude ÛR = R Î.
Die Spannung an der Spule UL(t) = L I'(t) = w L Î cos(wt-j
ist gegenüber I(t) um p/2 nach links verschoben und 
hat die Amplitude ÛL = XL Î.
Die Spannung am Kondensator UC(t)= Q(t)/C = -Î/(wC) cos(wt-j
ist gegenüber I(t) um j = p/2 nach rechts verschoben und 
hat die Amplitude ÛC = XC Î.

Wir suchen die Phasenverschiebung und die Amplitude des Stromes.
Wir untersuchen die Gleichung (**) im Zeigerdiagramm:
Zuerst suchen wir die resultierende Spannung aus den Zeigern ÛL und ÛC: ÛRes = ÛL- ÛC.
Dann bilden wir die Summe aus UR(t) und URes(t):
Die Diagonale stellt dann Û dar:

Dabei heißt X = ÛRes/Î = XL - XC resultierender Blindwiderstand 
Damit ergibt sich das Verhältnis der Amplituden, das wir Scheinwiderstand nennen: Z = Û/Î = Ö(R2 + X2) = Ö(R2 + (XC-XL)2).
Die Phasenverschiebung j der Diagonalen (also U(t)) gegenüber UR(t) (und damit I(t)) ergibt sich durch: 
tan(j) = (ÛL - ÛC)/ÛR = (XLÎ - XCÎ)/(RÎ) , also: tan(j) = (XL-XC)/R
Der Strom I(t) verläuft sinusförmig mit: I(t) = Û/Z sin(wt-j).

Konsequenzen: Für eine bestimmte Kreisfrequenz w0 wird der Scheinwiderstand Z möglichst klein: Z = min. Û X = 0 Û 0 = w0L - 1/(w0C) Û  w02= 1/(LC)

Wir nennen w0 = 1/Ö(LC) die Resonanzfrequenz.

Dort ist der resultierende Blindwiderstand X = 0, d. h. kapazitiver und induktiver Blindwiderstand sind gleich groß: XL =XC . Damit ist der Scheinwiderstand gerade der ohmsche Widerstand: Z = R, die Stromamplitude also maximal und die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung j = 0.

Andere Frequenzen führen zu größerem Z, die Stromamplitude sinkt, sie werden "ausgesiebt". Damit stellt der R-L-C-Kreis ein Frequenzfilter dar.

10.) (R)CL - Kreis (parallel): Sperrkreis

Gegeben: Wechselspannung U(t) = Û sin(wt) liegt an einem Stromkreis mit Widerstand R, Spule L und Kondensator C an; der Kondensator liegt parallel zur Spule.

Gesucht: Wie verläuft der Strom I(t)?

Ansatz: Da L und C parallel liegen, liegen an beiden dieselben Spannungen U1 (t) an.

Die Spannung an der Spule U1(t) = L IL'(t) ist gegenüber IL (t) um p/2 nach links verschoben und hat die Amplitude Û1 = wL ÎL.
Die Spannung am Kondensator U1(t) = QC(t)/C ist gegenüber IC (t) um p/2 nach rechts verschoben und hat die Amplitude Û1 = ÎC/(wC).
Immer gilt also (bei RL » 0): IL ist gegenüber IC (fast) um p verschoben.

Im Resonanzfall w0 = 1/Ö(LC) gilt außerdem 1/(w0C) = w0L, also auch ÎC = ÎL; damit kompensieren sich die beiden Ströme im Parallelkreis, es fließt insgesamt kein Strom:

der Kreis "sperrt" diese Frequenz.

Bei größeren Frequenzen ist ÎC größer als ÎL, bei kleineren Frequenzen umgekehrt, es fließt also ein Gesamtstrom.

 

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