

Definition von B | Messung von B |
lange Spule | mit Materie | Erdmagnetfeld
| Zusammenfassung
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1.) Definition der magnetischen Flussdichte B
Die elektrische Feldstärke ist definiert über die Kraft auf eine
Probeladung: E = F/q
Da wir keine magnetischen Monopole zur Verfügung haben und auch kein Maß für
die Stärke von Magneten haben, kann die magnetische Flussdichte B nur über die
Kraft auf einen stromdurchflossenen Leiter definiert werden. Da wir dort die Proportionalität
zwischen Lorentzkraft und Stromstärke sowie Leiterbreite nachgewiesen haben, wählen
wir die Proportionalitätskonstante:
Definition: Die magnetische
Flussdichte B ist durch die Kraft auf einen vom Strom I durchflossenen
Leiter der Länge s, der senkrecht zu den magnetischen Feldlinien steht,
definiert:
B = F/(I s); [B] = 1 N/(Am) = 1 T(esla) |
Bem. 1: Damit lässt sich die Stärke des B-Feldes bestimmen. Da diese
Größe auch eine Richtung hat, wird B durch einen Vektor angegeben in Richtung
der Magnetfeldlinien: .
Bsp. : Bei einer Stromstärke von 0,5 A und einem Leiter der Breite 10
cm mit 50 Windungen - somit ergibt sich eine effektive Breite des Leiters von
5,0 m - zeigt der Kraftmesser 0,05 N an. Damit lässt sich das Magnetfeld
berechnen:
B = 0,05 N / (0,5 A · 5,0 m) = 0,02 T = 20 mT
Bem. 2: Bei bekanntem B-Feld lässt sich die Lorentzkraft auf einen
Leiter berechnen: FL = B · I · s
Bem. 3: Auf ein Teilchen der Ladung q, das sich mit der
Geschwindigkeit v senkrecht zum B-Feld bewegt, wirkt ebenso die Lorentzkraft: FL
= B · q · v
Beweis: FL = B · I · s = B · q/t · s
= B · q · s/t = B · q · v

2.) Messmethoden für B
(i) Stromdurchflossener Drahtrahmen (der Breite s) mit Kraftmesser (F)
und Strommessgerät (I):
B- Feld: in die Blattebene hinein (grau skizziert) 
rechter Leiter: Kraft nach rechts (Drei-Finger-Regel); linker Leiter: Kraft nach
links; Beide Kräfte kompensieren sich gerade, da B, I und s jeweils gleich groß
sind!
unterer Leiter: erfährt Kraft nach unten, die von einem Kraftmesser gemessen
wird Ş B
ii) Hallsonde: ein Metallband oder ein n-Halbleiter (n wie negativ:
enthält freie Elektronen) der Höhe h wird senkrecht zum B-Feld (von vorne nach
hinten) von einem Strom (von links nach rechts) durchflossen.
Dabei wirkt auf die Elektronen die Lorentzkraft nach unten: FL = B
· q · v
Unten entsteht somit ein Elektronenüberschuss, zwischen oben und unten somit
eine (Hall-) Spannung. Diese Spannung wächst,
bis die dadurch verursachte elektrische Kraft Fel = q · U/h
genauso groß wie die Lorentzkraft ist: FL = Fel Ş
B · q · v = q · U/h Ş
UHall = h · v · B Ş UHall ~
B
(Die Geschwindigkeit der Elektronen ist normalerweise nicht bekannt!)
Diese Spannung kann einfach gemessen und daraus - einmal kalibriert
("geeicht" - mithilfe eines bekannten Magnetfeld z. B. der Stärke 20
mT: dort ergibt sich z. B. die Spannung 50 mV, so dass somit z. B. 10 mV der
magnetischen Flussdichte 4 mT entspricht) - B bestimmt werden.
Bem. 4: Da nur die Bewegung senkrecht zu den Feldlinien bei der
Lorentzkraft zu berücksichtigen ist, wird umgekehrt nur das B-Feld senkrecht zu
Kraft und Stromrichtung, also senkrecht zu Drahtrahmen bzw. Hallsonde, bestimmt:
Bs .
Folgerung: Ein Leiter der Länge
s mit Strom I erfährt in einem Magnetfeld, bei dem die Komponente Bs
senkrecht zum Leiter steht, die Kraft:
FL = Bs · I · s
Ein Ladungsteilchen mit der Ladung q und der Geschwindigkeit v erfährt
in einem Magnetfeld, bei dem die Geschwindigkeitskomponente vs
senkrecht zum B-Feld steht, die Kraft:
FL = B · vs · q |
Bem. 3: Stehen
B und s im Winkel a zueinander, lässt sich Bs
so berechnen: Bs = B sin(a)

3.) Das Magnetfeld einer langen Spule
Analog zum Plattenkondensator (statt E = Fel/q lässt sich
einfacher mit E = U/d die elektrische Feldstärke bestimmen) suchen wir für den
Sonderfall des homogenen Magnetfeld einer langen Spule nach einer einfacheren
Formel zur Berechnung der Flussdichte.
Experiment: Wir untersuchen das Magnetfeld einer langen Spule (Länge
l groß im Vergleich zum Durchmesser d), die von einem (Erreger-)Strom IErr
durchflossen wird und n Windungen besitzt. Wir bestimmen die Stärke des
B-Feldes über eine Hallsonde oder über eine Leiterschleife.
- Wir variieren die Erregerstromstärke der Spule. B ~
IErr
- Wir untersuchen den Einfluss des Durchmessers. Er hat keinen Einfluss auf
die Flussdichte (solange das Feld noch homogen ist, also l um einiges größer
als d ist)
- Wir variieren die Wicklungsdichte n/l der Spule: B ~
n/l
- Zusammengefasst ergibt sich: B ~ n/l · IErr
Die Proportionalitätskonstante
heißt magnetische Feldkonstante m0:
m0 = 1,257 · 10-6 Vs/(Am) = 4 · p
· 10-7 Tm/A
Sie ist wie e0 eine
Naturkonstante. Jene beschreibt den Zusammenhang zwischen Ladungen und
E-Feld, diese den Zusammenhang zwischen Stromstärke und B-Feld. |
Für eine lange Spule gilt: B = m0
· n/l · IErr
mit Windungszahl n, Spulenlänge l, Stromstärke IErr |
Bsp.: Mit n = 18 000, l = 0,5 m und IErr = 0,05 A ergibt
sich
B = 1,257 · 10-6 Vs/(Am) · 18000 / 0,5 m · 0,05 A = 2,2 mT

4.) Magnetfeld und Materie
Analog zu den Dielektrika im E-Feld verändert sich die magnetische
Flussdichte von Spulen, wenn diesen mit Materie gefüllt sind.
| Wir definieren: mr
= BMaterie / BVakuum |
Folgerung: Bei einer langen Spule mit z. B. einem Eisenkern gilt: B = m0
· mr · n/l · IErr.
Stoffe mit mr >> 1 heißen
ferromagnetisch (Fe, Co, Ni sowie Legierungen ...). Die Elementarmagnete dieser
Stoffe werden durch das äußere Magnetfeld ausgerichtet und verstärken es
dadurch. mr ist dabei keine Konstante
sondern hängt von der Stärke des äußeren Magnetfeldes ab (Hysterese-Kurve) -
mr wächst bis zu einem "Sättigungswert",
bei dem dann alle Elementarmagnete ausgerichtet sind.
Insbesondere für den Einsatz bei Wechselstrom ist es von Bedeutung,
"magnetisch weiches" Material wie Eisen einzusetzen, das beim Umpolen
der Strom- und damit des äußeren Magnetfeldrichtung leicht die Magnetisierung
"umklappen" kann. ("Magnetische harte" Stoffe eignen sich
dagegen als Permanentmagnet!)

Das Magnetfeld der Erde besitzt folgende Eigenschaften:
 | Die Kompassnadel zeigt nach Norden, so dass dort ein magnetischer Südpol
ist.
 | Der magnetische Südpol befinden sich nicht genau am geographischen
Nordpol sondern im Norden Kanadas, so dass es bei der Kompassnadel zu einer
Missweisung kommt - Deklination genannt.
 | Die Magnetfeldlinien treten an den Polen senkrecht aus der Erde heraus, am
Äquator verlaufen sie horizontal, allgemein haben sie den Inklinationswinkel
i zur Erdoberfläche. Für die Horizontalkomponente des Magnetfeldes
gilt: Bhor. = B · cos(i)
 | In Experimenten müssen wir eventuell das Erdmagnetfeld mit berücksichtigen.
Wir können dessen Stärke z. B. mit einer Spule in Ost-West-Richtung
bestimmen, in die wir eine Kompassnadel stellen. Ihre Ausrichtung wird durch
die Überlagerung der Horizontalkomponente des Erdmagnetfeldes (Nord-Süd)
mit dem Spulenfeld (Ost-West) bestimmt.
 | Ursache des Erdmagnetfeldes ist kein "Dauermagnet" im Erdkern
(dort ist es zu heiß) sondern Ströme im Erdinnern.
 | Die Magnetpole verändern ihre Lage im Laufe der Zeit.
 | Auch ein Umklappen der Pole lässt sich in größeren Zeiträumen
nachweisen.
 | Das Erdmagnetfeld hat eine wichtige "Sicherheitsfunktion" für
das Leben auf der Erde. Energiereiche geladene Teilchen aus dem Weltraum
werden abgefangen (und zu den Magnetpolen geleitet, wo sie z. B. für das
Polarlicht verantwortlich sind bzw. im Van-Allen-Gürtel in großer Höhe
gespeichert, der für die Raumfahrt Gefahren birgt).
 | Das Magnetfeld der Erde wird auf der sonnenzugewandten Seite vom
"Sonnenwind" zusammengedrängt und reicht auf der abgewandten
Seite weit in den Weltraum hinaus. |
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- Lorentzkraft auf einen Leiter im Magnetfeld: FL = Bs
· I · s
Die Richtung wird durch die Drei-Finger-Regel festgelegt.
- Lorentzkraft auf ein geladenes Teilchen im Magnetfeld: FL = B
· vs · q
- Magnetfeld einer langen Spule: B = m0
· n/l · IErr
(n Windungen, Länge l, Stromstärke IErr, m0
= 1,257 · 10-6 Vs/(Am) )
- Hallspannung: UHall = h · v · B
Übungsaufgaben zum Magnetfeld: siehe Aufgaben
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