E-Feld - Kapazität eines Kondensators
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Grundfrage: Kondensatoren können Ladungen speichern. Von welchen Größen hängt die gespeicherte Ladungsmenge ab?

Antwort: Die gespeicherte Ladungsmenge eines Kondensators ist proportional zur angelegten Spannung.
Vergleichen wir verschiedene Kondensatoren, so hängt dies von den geometrischen Abmessungen ab.

1. Schritt:

Wir bestimmen den Zusammenhang zwischen Ladung Q und Spannung U.

In der letzten Einheit haben wir am Plattenkondensator folgendes Experiment durchgeführt:

Exp.: Verdoppeln wir die Spannung U von 5 kV auf 10 kV am Plattenkondensator (bei d = 10 cm), 
so steigt die Ladung Q von 2,1 . 10-9 C auf 4,3 . 10-9 C beim Probelöffel (A = 48 cm2).

Da der Probelöffel aber dieselbe Flächenladungsdichte wie der Kondensator hat, ist die gesamte Ladungsmenge im Kondensator ebenfalls um denselben Faktor angestiegen.

Ergebnis: Die Ladung auf dem Plattenkondensator ist proportional zur angelegten Spannung: U ~ Q.

2. Schritt:

Wir definieren die Proportionalitätskonstante zwischen U und Q.

Definition: Die Kapazität eines Plattenkondensators definieren wir durch: 
                 C = Q/U        [C] = 1C/V = 1 F(arad)

Folgerung: Es gilt: Q = C U.     (Merke: Kuh = Kuh)

Bem. 1: Die Kapazität hängt nicht von der angelegten Spannung ab. Sie gibt an, welche Ladung ein Kondensator pro Volt angelegter Spannung aufnimmt.

Bem. 2: Wir haben die Proportionalität zwischen Q und U nur beim Plattenkondensator nachgewiesen, diese hat aber auch für andere Kondensatoren Gültigkeit.

Bsp.: Aus obigem Experiment bei U = 10 kV, d = 10 cm ergibt sich folgende Kapazität des Plattenkondensators mit r = 13 cm: A = p r2 = 530 cm2

Qkond = s AKond =  QLöffel/ALöffel · AKond =  4,3 nC / 48 cm2 . 530 cm2 = 47 nC; 

C =   Qkond/U=  47 nC / 10 kV = 4,7 pF

Wenn wir eine andere Spannung U1= 1 kV anlegen, so speichert der Plattenkondensator die Ladung Q1 = C U1 = 4,7 nC.

3. Schritt:

Wir bestimmen die Größe von C (in Luft) aus seinen geometrischen Abmessungen:

Vorbemerkung: Immer gilt: s = e0 E  und  s = Q/A.

Beim Plattenkondensator gilt: U = E d.

Folgerung: Für die Kapazität eines Plattenkondensators mit Plattenfläche A und Plattenabstand d gilt: C = e0 A/d

Beweis: C = Q/U = s A/( E d) = e0 E A/(E d) = e0 A/d

Bsp.: "Unser großer" Plattenkondensator ( A = 530 cm2 ) hat beim Plattenabstand  d = 10 cm = 0,1 m
die Kapazität C =  4,7 pF.  Für U = 6 kV die gespeicherte Ladungsmenge Q = 28 nC!

4. Schritt:

Wir bestimmen die Größe von C, wenn sich ein Isolator im Kondensator befindet.

Exp.: "Unser großer" Plattenkondensator (d = 1 cm) mit CLuft = 47 pF wird mit der Spannung U = 6 kV aufgeladen und hat dann Q = 280 nC.
Danach wird er von der Spannungsquelle getrennt.

Wird ein Isolator (Plexiglasscheibe) eingeschoben, so beobachten wir: Ur steigt auf  __________ .
Da die Ladungen im Kondensator konstant bleiben (von Spannungsquelle getrennt / Isolator), 
verändert sich somit die Kapazität Cr = Q / Ur = _____________ .

Definition: Das Verhältnis der Änderung der Kapazität durch einen Isolator (auch Dielektrikum genannt) er = Cr/CLuft heißt Dielektrizitätszahl und ist materialspezifisch.

Erklärung: siehe die Abbildungen im Dorn-Baader S. 40

Bem.: Eigentlich ist die Referenz nicht Luft sondern Vakuum. Die Abweichung beträgt aber lediglich 0,5 ‰

Bsp.: siehe Dorn-Baader Tabelle 37.1 für verschiedene Werte, z. B. Wasser: er = 81.

Folgerung: Für den Plattenkondensator mit Isolator gilt: Cr = e0 er A/d

Bem. 1: Im Vakuum ist er = 1!

Bem. 2: Um auf einem Plattenkondensator viele Ladungen zu speichern, sollte

die Plattenfläche möglichst groß sein,

der Plattenabstand möglichst klein sein, (Achtung! Funkenüberschlag verhindern!)

ein Dielektrikum zwischen die Platten liegen

und eine hohe Spannung angelegt werden.

Technische Umsetzung: (siehe Dorn-Baader S. 37/38)

Blockkondensatoren: aufgewickelt mit Dielektrikum: A groß, d klein, er > 1

Leidener Flasche: für hohe Spannungen

Drehkondensatoren: Q regulierbar, da A veränderbar

Elektrolytkondensatoren (ELKO): d sehr klein (riesige Kapazität / !Gefahr! / Polung beachten)

Aufgaben: S. 39 / 1 und 2 und S. 41 / 1 und 3

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