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1.) Faradays InduktionsgesetzDie zentrale Formel dieser Einheit wurde von Michael Faraday in der folgenden Form geschrieben:
Wir werden uns dem Verständnis dieser Formel schrittweise nähern. 2.) Der magnetische Fluss FFaraday definierte folgende Größe und bezeichnet sie als magnetischen Fluß:
Faraday beschrieb diese Größe sehr anschaulich als Feldlinienzahl:
Bsp.: Eine kreisförmige Leiterschleife mit Durchmesser 10 cm wird von
einem B-Feld
Faradays Induktionsgesetz begründet somit die Entstehung einer Induktionsspannung in einer Leiterschleife mit der Änderung der Feldlinienzahl, also mit der Ableitung des magnetischen Flusses: F'(t).
3.) Induktion durch FlächenänderungIn einem magnetischen Feld B werden folgende Experimente durchgeführt. Jedes mal lässt sich eine Induktionsspannung mit einem Messverstärker nachweisen.
Wir können die Induktionsspannung, die durch Bewegung von Leitern erzeugt wird, mithilfe der Lorentzkraft nachvollziehen: ![]() Auf einer Leiterseite entsteht ein Elektronenüberschuss, auf der anderen ein Mangel, ein elektrisches Spannung entsteht, bis die elektrische Kraft - die durch die Spannung entsteht - die Lorentzkraft kompensiert: FL = Fel Þ e vs B = e Uind/d Þ Uind = B vs d Alternativ lässt sich dies durch Faradays Gesetz über Flächenänderung berechnen: Die Fläche zwischen Leiter, Schienen und Spannungsmesser ist rechteckig und lässt sich wie folgt berechnen: A = s d: mit s(t) = s0 - vs t Þ s'(t) = - vs Þ A'(t) = - vs d Þ Uind = - B A'(t) = B vs d ![]() Bei konstanter Winkelgeschwindigkeit w: w = a/t Þ As = A cos(w t) Þ As'(t) = - w A sin(w t) Also wird folgende Spannung induziert: Uind = - B A'(t) = BA w sin(w t) Auf diese Art wird Wechselspannung induziert! ![]()
Simulation
1 "Leiterschleife und Stabmagnet"
Simulation
2 "Leiterschleife und Stabmagnet" 4.) Induktion durch MagnetfeldänderungBsp. 1: Der Sonnenwind verändert das Magnetfeld der Erde und kann "magnetische Stürme" verursachen. Dadurch kann es zu Induktionsphänomenen in Überlandleitungen kommen - im Extremfall 5 V/ km! Bsp. 2: Ein Dauermagnet nähert sich rasch einer Leiterschleife: ein Messverstärker registriert einen Spannungsstoß.
Exp.: In einer großen Feldspule (n=16 000; Querschnitt A = 35 cm²; Länge l = 30 cm) befindet sich eine kleine Induktionsspule (n = 2000; A = 30 cm²; l = 10 cm), wobei beide Achsen parallel verlaufen.
Um die Induktionsspannung noch zu vergrößern, kann man die Spulendaten verändern oder die Stromänderung schneller durchführen: z. B. einfach durch Ein- und Ausschalten. Da bei diesem Induktionsphänomen die Elektronen ruhen, ist die Lorentzkraft nicht verantwortlich. In einem Experiment haben wir nachgewiesen: ![]()
Im obigen Experiment verlaufen die B-Feldlinien achsenparallel. Da sich diese mit dem Erregerstrom ändern, bildet sich ein elektrisches Wirbelfeld, was auf die Elektronen in der Induktionsspule wirkt und dort die Induktionsspannung erzeugt. 5.) Das Vorzeichen im Faraday-Gesetz: das Lenzsche GesetzIn (3.) wird in Exp. 1 der Leiter im B-Feld bewegt und Schließt
man über einen Widerstand R kurz, fließt ein Induktionsstrom:Iind = Uind/R. Dieser Strom durchfließt wiederum den Leiter, der erfährt im B-Feld eine Kraft - beschleunigt?, ein höherer Strom?, stärkere Kraft?, noch größerer Strom ...: ein Perpetuum mobile? Dabei wäre der Energieerhaltungssatz verletzt: immer mehr Bewegungs- und elektrische Energie wird erzeugt! Überprüfen wir mit der Drei-Finger-Regel die Kraft, die der Induktionsstrom
im Leiter erzeugt: sie zeigt nach rechts, bremst den Leiter also ab, der
Induktionsstrom wird also kleiner. Um die Bewegung gegen die Lorentzkraft F = I d B aufrechtzuerhalten, müssen
wir Dadurch erzielen wir im "Generator" die elektrische Leistung: Pel =Uind Iind = d v B I, also dieselbe, die wir gegen die Lorentzkraft mechanisch aufbringen müssen. Als Konsequenz aus dem Energieerhaltungssatz folgt das Lenzsche Gesetz, das im Faraday-Gesetz durch das Vorzeichen beinhaltet ist:
In diesem Beispiel: der Induktionsstrom bewirkt eine Lorentzkraft nach rechts, die der Ursache von Strom / Spannung, der Bewegung nach links, entgegenwirkt, die Bewegung also verlangsamt! Im Exp. in (4.) mit Feld- und Induktionsspule lässt sich dies analog
anwenden.
Technische Anwendung: Wirbelstrombremse |
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Last Update: 20.02.05
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