Physik Oberstufe im Rudolf-Web.de: E-Feld - Kondensator auf- und entladen
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Mathematik | Skizze - DGL | Entladen | Halbwertszeit | Aufladen | Beispiel | Energie in C
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1.) Mathematische Vorbemerkungen

  1. Einführung der Eulerschen Zahl e = 2,71828...:
    Ihr Wert wird z.B. als Grenzwert dieser Folge berechnet:       (1+ 1
    -
    n
     
    )n für        n ® ¥

    Diese Zahl ist von ähnlicher Bedeutung wie die Kreiszahl p. Sie ist insbesondere bei Wachstums- und Zerfallsprozessen zu finden.
  2. zerfall.jpgWachstums- und Zerfalls- funktionen:
    Aus der Klasse 10 sind Funktionen der Art f(x) = 2x und g(x) = 2-x bekannt.
  3. Funktionen mit der Basis e haben die schöne Eigenschaft, dass gilt:
    (ex)¢= ex, d. h. ihre Ableitung ist die Funktion selbst.
  4. Zusammen mit der Kettenregel ergibt sich folgender Zusammenhang:
    f(x) = a · e-kx Þ f¢(x) = -k · a · e-kx = -k · f(x)
  5. Für diese Funktion lässt sich die Stammfunktion einfach angeben:
    f(x) = a · e-kx Þ F(x) = - a
    -
    k
     · e-kx

2.) Schaltskizze und Differentialgleichung

rckreis.jpg Für den Auf- und Entladevorgang gehen wir von rechtstehendem Schaltkreis aus. Ein Kondensator mit der Kapazität C und ein Widerstand R sind in Reihe geschaltet.
Für den Aufladevorgang wird eine äußere Spannung U0 angelegt, für den Entladevorgang wird kurzgeschlossen U0 = 0.
Hier gilt folgender Zusammenhang: U0 = UC + UR.
Für die Spannung am Widerstand gilt das Ohmsche Gesetz: UR = R·I.
Für die Spannung am Kondensator gilt:      UC Q
-
C

Zusätzlich gilt noch:        I = 
.
Q
So ergibt sich die Differentialgleichung:       U0 Q
-
C
 + R· .
Q
 

3.) Entladevorgang

Anschaulich muss sich folgendes ergeben:
Der Kondensator ist aufgeladen, die Spannung am Kondensator treibt die Ladungen an.
Über den ohmschen Widerstand fließt ein Strom, der Kondensator entlädt sich, d. h. die Ladungen nehmen ab.
Dadurch wird die Spannung geringer und somit ebenfalls die Stromstärke.
Die Ladungsabnahme erfolgt somit langsamer, die Abnahme der Spannung ebenfalls ...
entladung.jpg Für den Entladevorgang vereinfacht sich die DGL zu:
0 =  Q
-
C
 + R· .
Q
, also       .
Q
 
 = - Q
-
R·C
Die Lösung dieser DGL haben wir weiter oben schon bestimmt: Für f(x) = a·e-kx.
Wenn wir das auf diese DGL anwenden, erhalten wir:
Q(t) = Q0·e-[t/RC]
Dabei gilt: Q(0) = Q0, dies stellt die Ladung des Kondensators vor dem Entladen dar. Daraus lassen sich die weiteren Größen bestimmen:
UC(t) =  Q
-
C
 =  Q0
-
C
· e-[t/RC]    ,   mit    U0 Q0
-
C
wobei U0 die Spannung angibt, mit der der Kondensator aufgeladen worden war.
UR = -UC(t) = -U0·e-[t/RC]
I(t) =  .
Q
 = - Q0
-
RC
· e-[t/RC]   , mit    Q0
-
RC
 =  U0
-
R
 = I0   was die Stromstärke zu Anfang angibt.

4.) Halbwertszeit

Die Zerfallsfunktionen haben die Eigenschaft, dass in selben Zeiträumen derselbe Anteil der Ausgangsmenge ,,zerfällt''. Nach der Halbwertszeit TH ist die noch die Hälfte, nach 2TH noch ein Viertel ... vorhanden.
Aus unserer Funktion bestimmen wir mit dem Ansatz   Q(TH) =  Q0
-
2
die Halbwertszeit zu    TH = RCln2
Experiment: Wir entladen einen Kondensator mit C = 40 mF über den y-t-Schreiber (Eingangswiderstand R=2MW. Es ergibt sich eine Entladekurve (für UR) wie oben abgebildet. Daraus lässt sich die Halbwertszeit ermitteln, die nach obiger Formel TH = 55s ergeben müsste.

5.) Aufladevorgang

aufladen.jpg Für den Aufladevorgang suchen wir die Lösung der DGL
U0 Q
-
C
 + R· .
Q
 
   also    .
Q
 
= U0
-
R
Q
-
R·C
Die Lösung dieser DGL ist gegeben durch:  Q(t) = Q0 · (1 - e-[t/RC])
Dabei gilt: Für t ® ¥ geht Q(t) ® Q0, dies stellt die Ladung des Kondensators im Endzustand dar.
Daraus lassen sich die weiteren Größen bestimmen:
UC(t) =  Q
-
C
 = U0· (1 - e-[t/RC])   mit    U0 Q0
-
C
    wobei U0 die Spannung der Spannungsquelle angibt.
UR = U0 - UC(t) = U0 · e-[t/RC]
I(t) =  .
Q
 =  Q0
-
RC
 · e-[t/RC]    mit    Q0
-
RC
 =  U0
-
R
 = I0   was die Stromstärke zu Anfang angibt.

6.) Beispielaufgabe

Gegeben ist die Spannung U0 = 20 V der Spannungsquelle und die Stromkurve I(t) beim Aufladevorgang. Aus der Grafik sind verschiedene Größen bestimmbar:
Aus der Anfangstromstärke I0 = 1 A kann der Widerstand R bestimmt werden: U0 = R · I0 Þ R = 20 W.

aufgabe.jpg Aus der Halbwertszeit TH = 1,0 s lässt sich dann die Kapazität C bestimmen über TH = RC ln2 Þ C = 72 mF.
Alternativ lässt sich auch aus der Stromstärke zu einer Zeit t > 0 die Kapazität bestimmen, z. B. für t = 1,0 s:
Zuerst wird I(1s) = 0,5A abgelesen, daraus lässt sich für diesen Zeitpunkt UR = R · I = 10 V und UC = U0 - UR = 10 V berechnen.

Nun wird zusätzlich aus der Stromkurve die bis zur Zeit t geflossenen Ladung Q bestimmt, indem man die Fläche unter der Strom-Kurve durch ein Trapez annähert: Q=0,5·(I0+I(1s))·t=0,5·1,5A·1s=0,75C. Da für den Kondensator gilt Q=UC·C, kann C=75 mF bestimmt werden.

7.) Energieinhalt des Kondensators

Aus dem Entladevorgang läßt sich sehr einfach der Energieinhalt des Kondensators bestimmen.
Es gilt in einem Stromkreis: P=U·I.
Außerdem gilt:    P =  .
W
 
      Damit gilt umgekehrt       W =  ó
õ
P  dt
Damit erhalten wir beim Entladevorgang:     W= ó
õ
¥

0 
U(t)·I(t) dt =
ó
õ
¥

0 
U0·e-[t/RC]  ·  æ
ç
è
- Q0
-
RC
 · e-[t/RC] ö
÷
ø
 dt = - ó
õ
¥

0 
U0·Q0
------
RC
 · e-[2t/RC] dt =
- é
ê
ë
U0·Q0
-----
2
 · e-[2t/RC] ù
ú
û
¥

0 
= - é
ê
ë
0 U0·Q0
------
2
ù
ú
û
 =  U0·Q0
--------

2
Damit folgt:       WC 1
-
2
 U0·Q0= 1
-
2
C·U02 Q02
----
2C
Physikalisch interessant ist nun noch die Frage, wo die Energie im Kondensator gespeichert wird: Auf den Platten, in den Ladungen,...
Dazu betrachten wir folgende Umformung:
W =  1
-
2
C·U02 1
-
2
e0er A
-
d
· (Ed)2 1
-
2
e0er E2Ad = 1
-
2
e0er E2 V
Die Energie des Kondensators ist proportional zum Volumen des Kondensators. Dies deutet darauf hin, das die Energie im Volumen zwischen den Platten sitzt, also: die Energie steckt im elektrischen Feld! Wir können damit die Energiedichte r des elektrischen Feldes angeben:
r W
-
V
 =  1
-
2
e0er E2

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