Religionskritik von Marx (Zsfg.)
 
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Karl Marx: Leben, Religionskritik

I.) Biographie

1818: geboren in Trier, jüdische Familie, Vater war Justizrat

Jugend:  Familie wird protestantisch

Studium:  Rechtswissenschaft, Philosophie, Geschichte: Einfluss von Hegel

1842/43:  Chefredakteur der linksliberalen Rheinischen Zeitung: wird führende Oppositionszeitung

1843:  Verbot dieser Zeitung – Marx siedelt nach Paris über: Einfluss von Feuerbach: Hinwendung zum Materialismus

1844: „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“: Beinhaltet auf 2 Seiten den Kern seiner Religionskritik / Hinwendung zum revolutionären Sozialismus

Ab 1844:  Freundschaft mit Friedrich Engels

1845: Ausweisung – nach Brüssel: Setzt sich in „Die deutsche Ideologie“ von Feuerbach ab

Februar 1848: „Das kommunistische Manifest“: "Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus." / im Auftrag des Bundes der Kommunisten (London) / radikale Kritik der bürgerlichen Ökonomie und Gesellschaft /  Aufruf zum Klassenkampf  / wendet sich an das internationale Proletariat.

1848: Während der Revolution in Köln: Herausgeber der „Neue Rheinische Zeitung“

Nach 1848: Ausweisung aus Preußen – geht nach London: lebt unter erdrückenden ökonomischen Verhältnissen / unterstützt durch F. Engels / Führende Persönlichkeit der „Internationalen“

1867: „Das Kapital“ (Band 1)

1883: gestorben

II.) Religionskritik

Basiert auf Philosophie Feuerbachs

Ausgangspunkt:
Kritik aufgrund wirtschaftlicher / gesellschaftlicher Überlegungen
Gegensatz zwischen besitzender Klasse und breiten Masse von besitzlosen Arbeitern steigerte sich ins Unerträgliche
Arbeiter waren zunehmender Ausbeutung und Verelendung ausgesetzt
Kommunistische Theorie

Religion als Teil des „ideologischen Überbaus“

„Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend“

„Religion ist Opium des Volkes“
Opium ist ein schmerzlinderndes Mittel  - erzeugt ein dumpfes Gefühl des Wohlbefindens in einem eigentlich schmerzhaften Zustand
Ausgenutztes Proletariat erträgt die Qualen nur aufgrund der Religion

„Das Sein bestimmt das Bewusstsein“: Religion durch Missstände in Gesellschaft erst nötig - wirtschaftlichen Verhältnisse bestimmen die Religion

"Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen."
Wie Feuerbach: Religion ist ein Produkt der Menschen
Im Interesse des Menschen: Religion aufgegeben

 Die Forderung, die Illusion über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusion bedarf“: Bessere gesellschaftlichen Verhältnisse: keine Religion mehr notwendig

 „Kritik der Religion sei Voraussetzung aller Kritik“: Wahres Glück durch Aufhebung der Religion

 „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes ... Wesen ist.." : keine Betäubung (Religion) mehr: Proletariat würde Kampf gegen Ausbeutung aufnehmen

"Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei“: Religion stirbt ab, der Mensch findet zu sich selbst

III.) Marx‘ Kritik an Feuerbach

Psychologie: Gegen Feuerbachs Konzentration auf menschliches Wesen

Soziologie: Feuerbach übersieht: Religion ist Produkt der Gesellschaft und das Individuum ist Teil einer Gesellschaftsform

Anthropologie: Religion ist nicht Ursache der Entfremdung - sondern: Religion ist Begleitphänomen der selbstentfremdeten Welt

Philosophie: „Philosophen haben die Welt nur interpretiert, es kommt darauf an, die Welt zu verändern“

IV.) Würdigung / Kritik

Gesellschaftskritik: Zu Recht kritisiert Marx Ausbeutung  und das Verhalten der Kirche
  
Aber: Exodus: Gott führt das Volk Israel aus der Sklaverei heraus
   Prophet Amos: protestiert gegen gesellschaftliches Elend
  „Option für die Armen“: Kirche kämpft gegen Unterdrückung

Elend – Suche nach Trost: Haben mit der Entstehung der Religion zu tun

Aber: vielleicht gibt es ja einen echten Grund dafür (Gott!)

Opium: Religion spendet Trost / bedeutet nicht, dass sie nur ein Betäubungsmittel (Opium) ist / sondern eventuell Heilskraft
Nur im Missbrauch: religiöses Betäuben über die gesellschaftsbedingten Nöte

 Kritik am traditionellen Christentum: ist gerechtfertigt
    Gott wurde vielfach zur Vertröstung der Menschen benutzt
    Aber: Das Ziel unserer Religion ist die Befreiung des Menschen
    Damit trifft er nicht das Christentum an sich sondern nur eine Fehlform im 19. Jahrhundert
    Keine Unterscheidung zwischen Religion und Kirche
    Undifferenzierter Religionsbegriff:  Vielfalt der Religionen (Islam ...)

Anthropologie: Marx reduziert den Menschen auf die Gesellschaft

Atheismus: Ist Ausgangspunkt - Wird einfach unbewiesen vorausgesetzt

V.) Quellenverzeichnis

Werner Trutwin: Forum Religion 5. An Gott glauben. Patmos-Verlag

Marcus Heers, Nils Neuenkirchen: www.lateinseiten.de/texte/marx.htm

Frank Willenberg: www.zum.de/Faecher/evR/BW/sekundar2/marx.htm

Referate von: Andreas Joos und Urban Dilger (Februar 2000) und Dominic Fritz (Februar 2002)

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