Einteilung der Gottesbeweise nach Immanuel Kant:"Es
sind nur drei Beweisarten vom Dasein Gottes aus speculativer Vernunft möglich.
Alle Wege, die man in dieser Absicht einschlagen mag, fangen entweder von der
bestimmten Erfahrung und der dadurch erkannten besonderen Beschaffenheit unserer
Sinnenwelt an und steigen von ihr nach Gesetzen der Causalität bis zur höchsten
Ursache außer der Welt hinauf; oder sie legen nur unbestimmte Erfahrung, d. i.
irgend ein Dasein, empirisch zum Grunde; oder sie abstrahiren endlich von aller
Erfahrung und schließen gänzlich a priori aus bloßen Begriffen auf das Dasein
einer höchsten Ursache. Der erste Beweis ist der physikotheologische,
der zweite der kosmologische, der dritte der ontologische Beweis.
Mehr gibt es ihrer nicht, und mehr kann es auch nicht geben.“ Ontologischer Gottesbeweis von Anselm von Canterbury (1033-1109)Der
Theologe, Philosoph und Logiker Anselm von Canterbury wurde im Jahre 1093
Erzbischof von Canterbury. Er behauptete , daß die Begriffe (darunter auch die
Universalien) den Einzeldingen vorausgehen, unabhängig von diesen existieren
und ihr Wesen ausmachen. Gottesbeweis nennt man ein Argument, das ohne die
Voraussetzung geoffenbarter Weisheiten oder theologischer Dogmen zu beweisen
versucht, daß Gott existiert. Der ontologische Gottesbeweis geht nicht von der
Erfahrung aus. Vielmehr wird hier die Existenz Gottes aus dem Begriff Gottes
bewiesen. "Also,
Herr, der Du dem Glauben Verstehen gibst, verleihe mir, daß ich, soweit Du es nützlich
weißt, verstehe, daß Du bist, wie wir
glauben, und das bist, was wir glauben. Und zwar glauben wir, daß Du etwas
bist, worüber hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Oder
gibt es etwa ein solches Wesen nicht, weil 'der Tor in seinem Herzen gesprochen
hat: es ist kein Gott'? Aber
wenn dieser Tor eben das hört, was ich sage: 'etwas, worüber hinaus nichts Größeres
gedacht werden kann', dann versteht er gewiß, was er hört; und was er
versteht, ist in seinem Verstand, auch wenn er nicht versteht, daß dies
existiert. Denn,
daß etwas im Verstande ist, ist eines; ein anderes zu verstehen, daß es
existiert. Wenn nämlich ein Maler vorher bedenkt, was er schaffen will, so hat
er es zwar im Verstande. Er erkennt aber noch nicht, daß existiert, was er noch
nicht geschaffen hat. Wenn er aber schon gemalt hat, so hat er es sowohl im
Verstande, als er auch erkennt, daß existiert, was er bereits geschaffen hat. So
muß also auch der Tor zugeben, daß wenigstens im Verstande etwas ist, worüber
hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, weil er das versteht, wenn er es hört,
und was immer verstanden wird, ist im Verstand. Doch
sicherlich kann 'das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann',
nicht allein im Verstande sein. Wenn es nämlich schon allein im Verstande ist,
so kann gedacht werden, daß es auch in Wirklichkeit ist -und das ist größer.
Wenn also 'das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann', allein im
Verstande ist, so ist eben 'das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden
kann', (etwas,) worüber hinaus Größeres gedacht werden kann. Das aber kann
gewiß nicht sein. Es
existiert also ohne Zweifel 'etwas, worüber hinaus Größeres nicht gedacht
werden kann', sowohl im Verstande als auch in Wirklichkeit". Die 'fünf Wege' in der 'Summa theologiae' des Aquinaten
Der 'erste
Weg' des Aquinaten, das „kosmologische“
Argument:
Davon nun den ersten Weg: A.
Ausgangspunkt: Die empirische Tatsache der Bewegung "Der
erste und nächstliegende (manifestior) Weg geht von der Bewegung aus. Es ist nämlich
gewiß und steht durch Sinneswahrnehmung fest, daß es in dieser Welt Bewegung
gibt." B.
Prämisse I: Kausalprinzip "Alles
aber, was in Bewegung ist, wird durch etwas anderes bewegt." 1.
Erklärung des Bewegungsbegriffs: a)
zu 'in Bewegung sein': "Denn in Bewegung ist etwas nur, sofern es sich in Möglichkeit
(in potentia) hinsichtlich dessen befindet, woraufhin es in Bewegung ist." b)
zu 'bewegen': "Etwas bewegt aber, sofern es in Wirklichkeit (actu) ist.
Bewegen ist nämlich nichts anderes, als etwas aus der Möglichkeit in die
Wirklichkeit überführen." 2.
Formulierung des Kausalprinzips: "Aus
der Möglichkeit kann etwas aber nicht in die Wirklichkeit überführt werden außer
durch etwas, das in Wirklichkeit ist. Zum Beispiel macht ein der Wirklichkeit
nach Heißes - wie etwa das Feuer - das Holz, das der Möglichkeit nach heiß
ist, zu einem wirklich Heißen und bewegt und ändert es dadurch." 3.
Ausschluß der Selbstbewegung: "Es
ist aber nicht möglich (possibile), daß etwas in ein und derselben Hinsicht
zugleich in Wirklichkeit und in Möglichkeit ist, sondern nur in verschiedener
Hinsicht. Was nämlich der Wirklichkeit nach heiß ist, kann nicht zugleich der
Möglichkeit nach heiß sein; wohl ist es zugleich
der Möglichkeit nach kalt. Also ist es unmöglich, daß etwas in derselben
Hinsicht und auf dieselbe Weise bewegend und bewegt ist oder sich selbst bewegt.
Es muß daher alles, was in Bewegung ist, durch etwas anderes bewegt
werden." B.
Prämisse II: Ausschluß eines unendlichen Regresses "Wenn
also das, wovon etwas bewegt wird, in Bewegung ist, so muß es auch selbst von
einem anderen bewegt werden, und dieses wiederum von einem anderen. So kann man
aber nicht ins Unendliche fortgehen, weil es dann kein erstes Bewegendes und
infolgedessen überhaupt nichts gäbe, das etwas anderes bewegt. Denn die Sekundärbeweger
bewegen ja nur kraft ihres Bewegtwerdens durch einen Erstbeweger. Zum Beispiel
bewegt der Stock nur dadurch, daß er von der Hand bewegt wird. Also gelangt man
mit Notwendigkeit zu einem Erstbeweger, der von niemandem bewegt wird." C.
Theologische Interpretation der Schlußfolgerung "Und diesen
erkennen alle als Gott". Der
„fünfte Weg“, das ’teleologische’ Argument:
In
der Sinnenwelt wirken Wesen, die nicht vernunftbegabt sind, stets oder zumindest
häufig ('semper aut frequentius') auf ein Ziel hin. Ist dies anders als durch
ein über der Welt stehendes geistbegabtes Wesen zu erklären, von dem her alle
natürlichen Dinge auf ein Ziel hingeordnet werden? Quellenangabe:Verweyen:
Gottes letztes Wort; |
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Last Update: 03.09.03
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