
Ergebnis der Gottesbeweise:
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Ein
logisch abgesicherter Nachweis der Existenz Gottes ist nicht möglich
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Gottes
Existenz und Vernunft sind aber kein Widerspruch
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Hinweischarakter
der Gottesbeweise
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Neue Grundfrage: Wie haben Menschen Gott erfahren?
Wir untersuchen die Aussagen der Bibel unter dieser Grundfrage. Dort wird ein
lebendiger Gott vorgestellt.
1.) Gott im AT
Zwei Grunderfahrungen durchziehen das AT:
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Gott als Herr der Natur - Schöpfergott:
Gen 1 und Gen 2: die 2 Schöpfungsberichte; der Mensch wird als Abbild
Gottes erschaffen (sonst besteht das Verbot der bildlichen Darstellung
Gottes im Judentum)
Psalmen: Ps 104
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Gott als Herr der Geschichte - Retter und Begleiter:
Genesis: Gott führt Abraham aus Mesopotamien nach Kanaan; Verheißung von
Land und Nachkommen
Exodus: Auszug mit Moses aus Ägypten als Schlüsselerlebnis (10 Plagen,
Wasserteilung, Wüstenzug)
Deuteronomium 26, 5-10 (Credo des alten Gottesvolkes): "Mein Vater war
ein umherirrender Aramäer ..."
Josua: Landnahme nach dem Tod des Mose unter Josua in Israel
Samuel: König David verkörpert mit seinen kriegerischen Erfolgen die Macht
und Stärke Israels
Könige: Babylonische Gefangenschaft als Strafe Gottes für den Abfall vom
Glauben
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Religionsgeschichtlich
Bem. 1: Die erste Vorstellung ist historisch älter, was sich z.B. an
der Bedeutung der jüdischen Feste erkennen lässt. Es erfolgt eine Verschiebung
vom Naturbezug zum Geschichtsbezug: z. B. ist das Paschafest ursprünglich
ein Frühlings-Hirtenfest für die neugeborenen Lämmer und wird dann umgedeutet
zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten.
Bem. 2: Der strikte Monotheismus hat sich erst zu einem späteren
Zeitpunkt (nach dem Exil) durchgesetzt. In den alten Texten findet sich das
Verständnis vom "Gott Abrahams" als Stammesgott, der sich um die
Sippe kümmert - so wie sich andere Götter um andere Sippen kümmern - oder zur
Zeit Davids als Nationalgott, der für das Volk Israel gegen die Götter andere
Völker kämpft.
Dazu kommen eine Fülle weitere Erfahrungen:
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Gott befreit: Exodus
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Gott ist einzig: "Höre
Israel! Der Herr unser Gott, der Herr ist einzig" Dtn 6,4 (das Sch'ma
Israel)
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Gott ist Gesetzgeber: 10
Gebote (Exodus 20)
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Gott ist auf der Seite der
Unterdrückten: Amos 2,6ff
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Gott als Richter: z. B. in
Genesis: Strafgericht über Sodom und Gomorra
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Gott hilft in jeder Not:
Psalm 23
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Gott ist unverfügbar:
Bilder- und Namensverbot
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In der Offenbarung des
Gottesnamens (den Juden ist das Aussprechen verboten) wird deutlich (in Ex
3, 3 ff: Brennender Dornbusch): Gott wendet sich den Menschen zu, ist für
sie da:
JAHWE = ICH-BIN-DER-ICH-BIN / ICH-BIN-DA.
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2.) Gott im NT
Hier zeigt sich Gott in seinem Sohn Jesus Christus (Jesus, hebr. Joshua:
Jahwe schenkt Heil): "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen."
(Joh 14,9).
Das Zentralereignis ist der Tod und die Auferstehung Jesu. Es ist der
unüberbietbare Höhepunkt der Geschichte Gottes mit den Menschen.
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Erlöser: "Christus
hat die Welt durch seinen Tod erlöst."
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Vater: "Abba"
ist die vertrauensvolle Anrede Jesu; Vater; "Vater Unser" (Mt
6,9-13)
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Richter: Gerichtsrede (Mt
25) (kein "lieber Gott" im Sinn von harmlos, machtlos)
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Reich Gottes: Jesus verkündet
den Beginn der Gottesherrschaft
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Liebe: "Gott ist
Liebe" (1 Joh 4,7-11); Gottes- und Nächstenliebe untrennbar
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Barmherzigkeit:
"Gleichnis vom barmherzigen Vater": Gott vergibt.
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Mitleidender: die
christliche Antwort auf die Theodizeefrage: Jesus leidet am Kreuz
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Proexistenz: Er lebte (und
starb) für uns, für die Armen, für Sünder, ...
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Nach seiner Himmelfahrt verspricht er den Hl. Geist als Beistand und
Kraftquelle. Von ihm heißt es schon im AT: "Im Anfang ... schwebt Gottes
Geist über dem Wasser" (Gen 1,2).
Auf den dreieinigen Gott (Trinität) erfolgt die Taufe: "Geht zu
allen Völkern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl.
Geistes." (Mt 28,19)
Zwei Grundmuster religiöser Wahrnehmung
In allen Gotteserfahrungen gibt es zwei Grundmuster religiöser Wahrnehmung:
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Gott als Mysterium tremendum:
"was uns zittern lässt"
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Gott als Mysterium fascinosum
(et amandum): "was uns anzieht"
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