Religionskritik Freuds (Zsfg.)
 
Zurück Nach oben Weiter

s. a. Schülerreferat (als PowerPoint-Präsentation): PPS (120 kB)  

Kurzübersicht: Psychoanalyse, Atheismus

Vorbemerkung: Drei Enttäuschungen des Menschen:
Kopernikus und Co.: Die Erde ist nicht im Zentrum des Alls
Darwin: Der Mensch ist auch nur ein Tier
Freud: Der Mensch ist nicht „Herr im eigenen Haus“, er wird durch das Unterbewusste beeinflusst.

Begründer der Psychoanalyse

Sigmund Freud ist der Begründer der Psychoanalyse, die die grundlegende Einsicht in die Triebstruktur menschlichen Verhaltens vermittelt.

Als Zentraltrieb gilt nach Freud der Sexualtrieb.

Dessen Entfaltung wird durch gesellschaftliche Regeln und Tabus unterdrückt. Dies führt entweder zu Fehlentwicklungen und zu Neurosen oder wird sublimiert z. B. durch größeres Leistungsvermögen, durch kulturelle Aktivitäten etc. Damit liefert die Psychologie eine Erklärung für die religiösen, kulturellen, sozialen Dimensionen des Lebens.

Diese Theorien Freuds wurden vielfach kritisch abgelehnt und bekämpft, hatten aber einen gewaltigen Einfluss auf die Entwicklung von Anthropologie, Psychologie, Philosophie, Kunst und Literatur.

Psyche: Seele; Gesamtheit aller bewussten und unbewussten Vorgänge.
Psychoanalyse: Theorie und Technik, die die Art und Weise der psychischen Kräfte studiert und beeinflusst. 
Ausgangspunkt ist die These, dass Psychisches nie zufällig sondern lebensgeschichtlich bedingt ist. Insbesondere ist dies eine Behandlungsmethode für neurotische Phänomene, indem sie unbewusste psychische Prozesse in Träumen, „Freudschen“ Fehlleistungen, freien Assoziationen und psychoneurotischen Symptomen aufdeckt, deutet und so ins Bewusstsein dringen lässt. 
Gefahr: Es entsteht eine starke Abhängigkeit des Patienten vom Therapeuten (Sofa - Couch).

Drei Ansätze zur Religionskritik:

Grundthese: „Religion ist in die Außenwelt projizierte Psychologie“

1.) „Religion als universelle Zwangsneurose“:

Es gibt Analogien zwischen religiösen Riten und Zwangsneurosen. Bsp.: Es gibt den zwanghaften Drang zum Händewaschen; diese Motiv ist vielfacher religiöser Ritus: Der Priester wäscht sich die Hände im Gottesdienst, .... Daraus folgert Freud die Gleichheit beider Phänomene.

2.) „Totem und Tabu“ als Ursprung der Religion:

Die Urform der Religion kann man z.B. in der indianischen Religion beobachten: Am Anfang steht der Wunsch nach dem Vatermord und dem Beischlaf mit der Mutter (Ödipuskomplex). Nach der Ermordung des Vaters stellen sich Schuldgefühle ein, im „Totem“ wird der Vater zum Schutztier überhöht, die Frauen des Vaters werden zum „Tabu“ erklärt. Nach Freud finden sich derartige Formen auch in der christlichen Religion, insbesondere die Erbsünde sei so zu erklären und die Eucharistie.

3.) „Religion als Illusion“:

Aus der Erfahrung der eigenen Hilflosigkeit sucht sich der Erwachsene bei einen „Ersatzvater“, Gott, Schutz, Erfüllung der Gerechtigkeitsforderung, Abwehr der Angst, Verlängerung des irdischen Lebens und Antworten auf die Rätselfragen der irdischen Existenz. Dies ist nach Freud eine „Illusion“, die durch keine Erfahrung gedeckt ist, die nicht logisch ist, sondern einfach als Erfüllung starker Wünsche angesehen werden muss; damit ist die Illusion den Wahnideen verwandt.

Kritik an Freud:

(1) und (2) entbehren jeder Kritik;

Atheismus ist Ausgangspunkt der Überlegungen und keine logische Folgerung; somit ist wieder einmal für die Frage nach der Existenz Gottes nichts gewonnen.

Indem Freud alles auf frühkindliche Störungen zurückführt, hat er es nicht nötig, rationale Argumente gegen die Existenz Gottes vorzubringen.

Wenn Freud den Wunschcharakter der Religion betont, so hat er nur z. T. recht, da vieles nicht als Wunsch interpretiert werden kann (Gott als strafender Richter; Theodizee)

Außerdem ist mit dem Nachweis, etwas sei wünschenswert, nichts über dessen (Nicht-) Existenz ausgesagt.

positiv: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Psychologie und Religion (z.B. tiefenpsychologische Schriftauslegungen von Drewermann).

positiv: Zu oft besteht die Gefahr, Religion und Gott unseren Wünschen unterzuordnen: „Gott soll jetzt eingreifen und mir helfen ...“

 
Home
Sitemap
Klasse 11
Kursstufe
Die Frage nach Gott
Jesus Christus
Kirche
Mensch sein
Wissen & Glauben
Abitur
Studium
Kurse / Projekte

 [ Rudolf-web.de ]

 [ Gästebuch ]

 [ What's new? ]

  j.rudolf@web.de

Besucher seit 04.04.02: http://www.counter-service.de http://www.counter-service.de

  Neue Vorschläge / Anregungen / Kritik senden Sie bitte an: j.rudolf@web.de  

  [ Zum Anfang ] [ www.rudolf-web.de ] [ Gästebuch ] [ What's new? ]     Last Update: 03.09.03   
    Sitemap ] Klasse 11 ] Kursstufe ] Die Frage nach Gott ] Jesus Christus ] Kirche ] Mensch sein ] Wissen & Glauben ] Abitur ] Studium ] Kurse / Projekte ]