Viktor E. Frankl - Der Wille zum Sinn
 
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Logotherapie - „Der Wille zum Sinn“
als PowerPoint-Präsentation: PPS (165 kB) // zum Drucken: RTF-Version, zwei Seiten

1. Biographisches

      Geboren 1905 in Wien

      Mit 16: veröffentlicht erstes Werk „Über den Sinn des Lebens“

      Ab 16: Funktionär bei der Sozialistischen Arbeiterjugend.

      Mit 18: erste Kontakte mit Sigmund Freud und Beeinflussung durch Alfred Adler

      studierte Medizin in Wien

      1930 Doktortitel und Assistent an der Psychiatrischen Uniklinik

      Von 1931- 1932: neurologische Ausbildung

      Leitung des „Selbstmörderinnenpavillon“ an der Uniklinik Wien

      1938 (Einmarsch Hitlers in Wien): Frankl reist wegen seinen Eltern nicht aus

      Er weigert sich die Euthanasie an Geisteskranken durchzuführen

      1942: Heirat, kurz darauf wird die gesamte Familie verhaftet

    –     Sein Vater verhungert in Theresienstadt

    –     seine Frau stirbt in Bergen-Belsen

    –     1944 kommt Frankl nach Auschwitz ins Konzentrationslager

    –     Seine Mutter und sein Bruder sterben in Auschwitz

    –     Erkrankung an Fleckfieber

    –     Im April 1945 wird er befreit / Rückkehr nach Wien

      Unter den extremen Bedingungen der Gefangenschaft erprobt Frankl seine eigenen Thesen über Schicksal und Freiheit...

      eines seiner bekanntesten Werke „..trotzdem ja zum Leben sagen - Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager“.

      1946: Chefposten an der Poliklinik (25 Jahre lang)

      1948: zweiter Doktortitel (Philosophie): „Der unbewusste Gott“.

      Frankl wird zu vielen Vorlesungen eingeladen und lehrt an etlichen Universitäten als Gastprofessor.

      1997: stirbt Frankl mit 92 Jahren an Herzversagen in Wien.

      Seine 32 Bücher sind in 26 Sprachen erschienen / Weltweit wurden ihm 29 Ehrendoktorate verliehen.

      Heute: Logotherapie-Praxen und Ausbildungs-Institute auf der ganzen Weit, u.a. in den USA, in Deutschland und Österreich

2. „Logotherapie“

     Beeinflussung durch: 

    –    Psychoanalyse Sigmund Freuds und Individualpsychologie Alfred Adlers

    –    Wesentlich: seine zum Teil schreckliche Lebensgeschichte

     Eigenständiger Ansatz: Logotherapie und Existenzanalyse

     Hauptmotivation des Menschen: Suche nach Sinn im Leben / „existentielles Vakuum“

    –   Sinnleere: führt heute häufig zu Neurosen 
    -  Verantwortlich für viele Selbstmorde

   Ursachen dafür

   Mensch nicht instinktgesteuert wie das Tier / Verlust von Traditionen

   Wertepluralismus     daraus resultiert Orientierungslosigkeit

Neurose bedarf der Therapie: die Logotherapie

    •    Ansatz: Jeder muss Sinn selbst finden

  „Nie kann der Sinn des Lebens allgemein angegeben werden"
Konkreter Sinn:  Forderung in konkreter Situation
  
Gewissen ist das Sinn-Organ

3. Übersicht  „Wiener Schulen“

  Gründer Grundannahme    Therapie
1. Sigmund Freud      Wille zur Lust       Psychoanalyse   
2. Alfred Adler         Wille zur Macht  Individualpsychologie
3. Viktor Frankl      Wille zum Sinn Logotherapie

        Spätes 19. Jhd.: strenge Sexualmoral

               -> Verdrängungsprozesse  -> Trieb-Gewissenskonflikte

        Frühes 20. Jhd.:  gesellschaftliche Probleme - Armut, Arbeitslosigkeit
        -> Ohnmachtsgefühle

              -> soziale Minderwertigkeitskomplexe 
        -> führt bei Vielen zu neurotischen Fehlverarbeitungen

         Heute: existentieller Frust = „existentielles Vakuum“

              -> Gefühl der Sinnlosigkeit und der Leere -> Depression, Aggression, Drogen

4. Hauptstraßen zum Sinn (1):

          Erleben statt Konsumieren:

         Natur / andere Menschen in ihrer Einmaligkeit und Einzigartigkeit wahrzunehmen

         jeden Tag als Geschenk zu begreifen

          Ein Werk schaffen:

        sich einer Aufgabe völlig hinzugeben / mit Freude und Kreativität etwas schaffen.

            Hinnehmen, was nicht zu ändern ist:

          Auch in scheinbar hoffnungslosen Situation: unsere Einstellung zum Geschehen zu verändern.

          Leid als Aufgabe

          „Wer ein Warum zu leben hat – erträgt fast jedes wie!“  [Nietzsche]

5. Texte von Frankl

Im KZ: „Während die Bekümmerung der meisten der Frage galt, werden wir das Lager überleben? Denn wenn nicht, dann hat dieses ganze Leiden keinen Sinn‘ – lautete demgegenüber die Frage, die mich bedrängte, anders: Hat dieses ganze Leiden, dieses Sterben rund um uns einen Sinn? Denn, wenn nicht, dann hätte es letztlich auch gar keinen Sinn, das Lager zu überleben. Denn ein Leben, dessen Sinn damit besteht und fällt, dass man mit ihm davonkommt oder nicht, ein Leben also, dessen Sinn von Gnaden eines solchen Zufalls abhängt, solch ein Leben wäre nicht eigentlich wert, überhaupt gelebt zu werden.“
 
Aus der Praxis: „Mir als Arzt saßen einmal zwei lebensüberdrüssige Menschen gegenüber - zufällig gleichzeitig -, ein Mann und eine Frau. Beide hatten  wörtlich übereinstimmend geäußert, ihr Leben sei sinnlos, da sie »sich von ihm nichts mehr erwarten«. Im Gespräch stellte sich jedoch heraus, dass - umgekehrt - auf jeden der beiden etwas wartete: auf den Mann ein wissenschaftliches Werk, das unabgeschlossen war, und auf die Frau ein Kind, das derzeit fern und unerreichbar im Ausland lebte. Nun galt es jene - man möchte mit Kant sagen -  kopernikanische Wende zu vollziehen, eine gedankliche Drehung um 180 Grad, nach der die Frage nicht mehr lauten kann: »Was habe ich vom Leben noch zu erwarten«, sondern nur mehr lauten darf: »Was erwartet das Leben von mir?« Welche Aufgabe im Leben wartet auf mich?“

6. Hinweise auf Gott

    Viktor Frankl: „Der Mensch benötigt einen Sinn“

    Dieser Sinn muss auch gegenüber größtem Leiden Bestand haben

    Sinn hat somit transzendenten Charakter

    Gott = der den Sinn garantiert

    Augustinus: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir“

    Sollte es diesen Gott jeweils nicht geben, läuft unsere Sinnsuche ins Leere

 Quellenangabe:
Frankl: Trotzdem Ja zum Leben sagen. dtv-Taschenbuch
Grom:  Auf der Suche nach dem Sinn des Leben. Herder-Verlag (v. a. S. 98ff)
Internet:   www.logotherapie.com 
               logotherapy.univie.ac.at  
             
               www.brgzell.salzburg.at/greiner/ppskrip t/kapitel6_5.html  (nicht mehr existent?)

 
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